Aloisiuskolleg
Gymnasium der Jesuiten für Mädchen und Jungen

Mahnende Gedenktafel von Jesuiten am ehm. Friedhof aufgestellt

In den letzten Jahren wurde eine intensive Diskussion geführt, was im Blick auf den Friedhof am AKO zu tun wäre, der für etliche von Gewalt am
Kolleg Betroffene bleibend belastend und ein Anstoß geblieben ist, da auf diesem Friedhof auch zwei Jesuiten beigesetzt wurden, bei denen zum Zeitpunkt der Beisetzung der Ordensleitung bekannt war - oder bekannt sein musste-, dass sie schwerer Gewalt zum Schaden von Schutzbefohlenen am
Kolleg beschuldigt werden.

Im Auftrag des Provinzials wurde jetzt am Friedhof des Aloisiuskollegs eine Gedenktafel errichtet, auf der zu diesem Sachverhalt Stellung bezogen wird.

Auf diesem Friedhof wurden bis 2010 Mitglieder des Jesuitenordens beigesetzt, die am Aloisiuskolleg gearbeitet haben.
Ihr Leben und Sterben stehen unter dem Zeichen Christi – das Kreuz ist unsere Hoffnung für einen jeden über den Tod hinaus.
Hier liegen jedoch auch Wilhelm Wallmeyer SJ und Ludger Stüper SJ. Sie wurden 1972 und 2010 an dieser Stelle öffentlich und in Ehren bestattet, obwohl schon damals dokumentiert war, dass sie schwere Schuld auf sich geladen haben. Sie haben am Aloisiuskolleg durch Übergriffe ihnen anvertrauten Kindern großes Leid zugefügt. Viele davon tragen bis heute schwer an dem, was ihnen angetan wurde.
Durch öffentliche Ehrung wurde an den Betroffenen neues Unrecht verübt. Die Oberen aus dem Jesuitenorden haben es als Vorgesetzte der Täter versäumt, diese nach Recht und Gesetz irdischem Gericht zu überantworten. Mit dieser Tafel erkennen wir öffentlich an, dass Unrecht getan wurde. Dies tut uns zutiefst leid und mahnt uns für die Zukunft.
Das letzte Gericht liegt bei Gott, dem Allmächtigen.
 

 

Wegen Lieferschwierigkeiten des Steins wurde die im Mai 2022 fertiggestellte Text-Platte erst im Februar 2023 aufgestellt.