Aloisiuskolleg
Gymnasium der Jesuiten für Mädchen und Jungen
Bild 7. Klasse: Urwald

Kinderschutz

Wege zur Prävention, um Kindern und Jugendlichen Schutz zu geben.

Kinderschutz ist heute - zum Glück - mehr und mehr selbstverständlicher Standard. Das Aloisiuskolleg hat dazu grundlegende Strukturen und Regelungen eingeführt. Die Kinderschutzbeauftragte hat die Aufgabe, die Einhaltung des Präventionsleitfadens zu überwachen und, wo nötig, Initiative zu ergreifen. Entscheidend ist und bleibt aber, dass allen Beteiligten das Thema ein Anliegen ist. Schwere Versäumnisse in der Vergangenheit mahnen das an.

Kinderschutz - Prävention

Das Aloisiuskolleg legt großen Wert auf einen effektiven Kinderschutz. Dies geschieht heute an vielen kirchlichen Schulen und zunehmend auch in staatlichen Einrichtungen. Wir wollen Strukturen und eine Kultur, die bestmöglich unsere Kinder und Jugendlichen vor Gewalt schützt: Schutz für Kinder und Jugendliche vor allem, was ihre psychische oder körperliche Unversehrtheit gefährdet. Das erfordert einen geschulten Blick auf verletzende Verhaltensweisen aber auch auf ungute Strukturen und Situationen.

Kinderschutz ist nichts, was irgendwann erledigt wäre, sondern ist eine bleibende Aufgabe im Interesse der Jugendlichen und Kinder — wie auch niemand Verkehrserziehung abschaffen würde, wenn es keine Unfälle mehr gäbe.

Dazu hat sich das AKO einen Leitfaden gegeben und die Stelle einer „Kinderschutzbeauftragten“ geschaffen, deren Hauptaufgabe es ist, die Umsetzung der dort festgelegten Verfahren, deren Evaluation und Weiterentwicklung zu gewährleisten. Alle Mitarbeiter erhalten eine besondere Schulung in diesem Bereich. Die wachsame Begleitung durch externe unabhängige Institutionen soll Betriebsblindheit verhindern.

Von großer Bedeutung ist, dass Kinder und Jugendliche, Eltern oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ansprechpartner finden, die sie ernst nehmen und ihr Anliegen professionell aufnehmen. Neben kollegsinternen Ansprechpartnern (Kollegsseelsorger, Beratungslehrer/in  u. a.), gibt es die Bonner Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt e. V. die beiden Ansprechpersonen zu Fragen sexuellen Missbrauchs der Jesuiten in Deutschland: Frau RAin Katja Ravat und Herr Marek Spitczok von Brisinski.

Kinderschutzbeauftragte

Kinderschutzbeauftragte des Aloisiuskollegs ist Frau Vera Jansen, Pädagogin im Internat.

Zu den Aufgaben der Kinderschutzbeauftragten gehört die Implementierung des Präventionsleitfadens und -konzeptes. Sie organisiert die Präventionsfortbildungen am Kolleg. Das bedeutet auch, dass die Umsetzung der Inhalte des Präventionskonzeptes bei den Mitarbeitern und der Leitung des Kollegs einzufordern ist. Zudem sind die Inhalte des Leitfadens bekannt zu machen, regelmäßig zu evaluieren und ggf. zu aktualisieren.

Die Kinderschutzbeauftragte ist Ansprechpartnerin für Schüler, Mitarbeiter und Eltern in Fragen der Kindeswohlgefährdung. Sie sieht auf die aktive Umsetzung des Kinderschutzes.

Sie steht im regelmäßigen Austausch mit den Mitgliedern der verschiedenen Kollegsbereiche und den Vertretern der unterschiedlichen Kollegsgremien. Sie ist Mitglied der Hilfekonferenz.

(Kontakt vera [dot] jansen [at] aloisiuskolleg [dot] de)


Aufklärung und Aufarbeitung

Menschen, die am Aloisiuskolleg sexuellen Missbrauch oder Übergriffe sowie Gewalt in der Erziehung erleben und erleiden mussten, haben wesentlich zum Erkennen der Bedingungen und Strukturen solcher Straftaten beigetragen. Unser Bemühen ist es, dass diese Erkenntnisse in die Präventionsarbeit einfließen. Seit 2010 haben viele die Kraft gefunden, über das Erlebte zu sprechen und zusammen mit einer kritischen Öffentlichkeit Druck zu erzeugen, dass Täter und Taten benannt und somit Konsequenzen  gezogen werden konnten. Gerade im Blick auf Strukturen ist dieser Prozess keineswegs abgeschlossen. „Die Geschichte des Missbrauchs am AKO ist und bleibt Teil der Geschichte des AKO. Wir stehen im Prozess der Aufarbeitung und wir stehen dazu.“ (P. Rektor Johannes Siebner SJ, Januar 2016)

Ein wichtiges Ergebnis dieses Prozesses ist die AKO-Erklärung von 2016. Darin wird der Stand der Aufklärung und der Aufarbeitung beschrieben. Die Erklärung ist einem intensiven Austausch in der „Dialog-Runde“ entwachsen und anschließend in allen Bereichen des Kollegs diskutiert worden. Verabschiedet wurde die Erklärung in der Kollegskonferenz, dem höchsten Gremium des Aloisiuskollegs. Diese „Dialog-Runde“ ist 2014 entstanden und setzt sich zusammen aus Mitgliedern des „Eckigen Tisches Bonn“ (Sprecher Herrn Heiko Schnitzler), der Bonner Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt sowie Mitgliedern der Kollegsgemeinschaft (Kollegsleitung, Pädagogen, Schüler, Eltern).

Zuvor waren zwei wichtige, ausführliche und umfangreiche Untersuchungsberichte vom Jesuitenorden in Auftrag gegeben und von Fachwissenschaftlern vorgelegt worden:

  • 2011 von Frau Prof. Dr. Julia Zinsmeister u.a „Schwere Grenzverletzungen zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen im Aloisiuskolleg“
  • 2013 von Prof. em. Dr. Arnfried Bintig „Grenzverletzungen im AKO Pro Scouting am Aloisiuskolleg“

Diese und weitere Berichte und Dokumente im Download-Bereich.

Anhang: 
Leitfaden zur Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (2010) Leitfaden zur Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (2010)
Erklärung des Aloisiuskollegs zum Stand der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt (2016) Erklärung des Aloisiuskollegs zum Stand der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt (2016)
Stellungnahme des ECKIGEN TISCH BONN - Verein Geschädigter des Aloisiuskollegs e.V. zur Ako-Erklärung 2016 Stellungnahme des ECKIGEN TISCH BONN - Verein Geschädigter des Aloisiuskollegs e.V. zur Ako-Erklärung 2016