Das Anti-Mobbing-Team
Hilfe für betroffene Schülerinnen und Schüler bei Mobbing in der Schule
„No Blame Approach“ - zielorientiert
Mobbing sehen wir als Wechselspiel zwischen verschiedenen Faktoren und beteiligten Personen. Wir gehen ganz bewusst weg von linearen Erklärungsversuchen von Schuldigen und Nicht-Schuldigen. Außerdem ist der Fokus nicht auf Ursachenforschung gerichtet, sondern in erster Linie werden Lösungen anvisiert, um das Mobbing zu stoppen. Mobbing ist ein Gruppenphänomen, das gekennzeichnet ist von aggressivem Verhalten der Mitschüler gegenüber einem Schüler, das diesen körperlich oder psychisch über einen längeren Zeitraum schädigt. Konkrete Handlungsschritte und Hintergründe können hier nachgelesen werden.
Ansprechpartner an der Schule
Wer sich als Schüler oder Eltern Sorgen macht, dass Mobbing vorliegen könnte, kann sich an die Anti-Mobbing-Beauftragten der Schule wenden:
Frau Harms: kathrin.harms@aloisiuskolleg.de
Herr Ennen: Frank.Ennen@aloisiuskolleg.de
Man kann sich aber auch zunächst an den Klassenlehrer wenden, der dann wiederum Kontakt zum Anti-Mobbing-Team aufnimmt.
Was ist Mobbing?
Mobbing ist ein Verhalten von Mitschülern,
- das in aggressiver Weise einen Schüler absichtlich körperlich (vom Rempeln bis zum Verprügeln) und/oder psychisch (beleidigend, hänselnd, von der Gruppe ausschließend u. a.) schädigt,
- das immer wieder ausgeübt wird (so oft, dass es für die betroffene Person unerträglich wird),
- das über einen längeren Zeitraum praktiziert wird (das können etliche Tage, aber auch Wochen und Monate sein),
- das ganz gezielt gegen dieselbe Schülerin oder denselben Schüler gerichtet ist.
Von Mobbing spricht man genau dann, wenn diese Faktoren zusammen kommen.
Mobbing?
Aus …
… Elternperspektive
Sie beobachten als Eltern bei ihrem Kind oder einem Kind aus dem Freundeskreis, dass es in letzter Zeit (seit Wochen oder Monaten) auffallend still, traurig, ängstlich, unkonzentriert oder sogar abweisend und aggressiv ist. Bei Nachfragen weicht das Kind entweder aus oder es macht Andeutungen, dass da in der Schule, in seiner Klasse etwas nicht stimmt.
… Schülerperspektive
In deiner Klasse gibt es jemand, der von einer Gruppe Mitschüler oder Mitschülerinnen immer wieder gehänselt oder gerempelt wird. Schulsachen oder Kleidungsstücke werden ihm weggenommen, Bücher und Hefte mit blöden Sprüchen oder Schimpfnamen beschmiert, bei Spielen wird er oft ausgeschlossen. Vielleicht wird er oder sie von der Klasse verlacht. Immer öfter siehst du bei der betroffenen Person einen gequälten oder ängstlichen Gesichtsausdruck.
… Lehrerperspektive
Im Unterricht erlebst du als Lehrkraft das laute Hinausposaunen eines Schülernamens, er sei für dieses verantwortlich und für jenes zu dämlich. Oder immer, wenn dieser Schüler in der Klasse etwas sagt, folgt ein verdeckter (du erkennst nicht, wer es gesagt hat) Spruch oder ein merkwürdiges Geräusch. Sobald er an die Tafel geht, erklingt ein dubioses Raunen usw. Atmosphärisch fühlst du, da stimmt etwas nicht in der Klasse.
Das Hilfsangebot am AKO
Bevor es zu spät ist - das Antimobbing-Team hilft: Frau Harms und Herr Ennen sind über E-Mail (kathrin.harms@aloisiuskolleg.de; frank.ennen@aloisiuskolleg.de) oder natürlich auch persönlich in der Schule erreichbar. Uns liegt am Herzen, dass die Betroffenen größtmöglich geschützt werden. Die Problematik wird nicht durch eine „Gegenüberstellung“ zwischen Betroffenen und Akteuren gelöst, sondern in besonderen Gesprächssituationen. Sehr häufig haben wir dabei schon erfolgreich den No-Blame-Approach angewandt. Weitere Infos sind im Flyer „Mobbing in der Schule“ zu finden.
No Blame Approach
Der No Blame Approach als Interventionsansatz
Der No Blame Approach ist ein praxiserprobter Ansatz, um Mobbing unter Schülern innerhalb kurzer Zeit zu beenden. Die Wirksamkeit dieses Ansatzes beruht darauf, dass geschulte Kräfte die beteiligten Schüler in einen lösungsorientierten Gruppenprozess einbeziehen, der darauf abzielt, Mobbinghandlungen zu stoppen.
Innerhalb der Gruppe werden verschiedene Rollen unterschieden:
Typische Rollen
- Die Akteure: Ihr Hauptmotiv ist, sich innerhalb der Klasse einen starken Platz zu erkämpfen oder zu sichern. Sie schikanieren nicht nur die „Opfer“, sondern drohen auch den anderen Mitschülern mit Ausschluss. Außerdem tragen sie durch ihre Aktionen zur Belebung des Schulalltags bei, es gibt etwas zu lachen oder viel Gesprächsstoff. Sie haben häufig ein gutes Ansehen und Standing in der Klasse.
- Die Assistenten: Sie unterstützen tatkräftig die Akteure, indem sie deren Ideen ausführen.
- Die Verstärker: Sie halten sich zwar aus den direkten Aktionen raus, stacheln aber verbal die Akteure und Assistenten an. Dieses Verhalten sichert ihnen die Zugehörigkeit zur stark angesehenen Gruppe und reduziert die Gefahr, selbst in die Rolle des Opfers zu geraten.
- Der Mobbing-Betroffene: Er verliert in dem langanhaltendem Prozess von Erniedrigung bis hin zu Misshandlung zunehmend an Selbstvertrauen und nicht selten seine Selbstachtung. Entweder er zieht sich zurück oder reagiert scheinbar überzogen aggressiv und gerät so nicht selten ungünstig in den Blick der Lehrer.
- Die Verteidiger: Sie versuchen insbesondere zu Beginn der Mobbinghandlungen den Betroffenen zu schützen, ziehen sich aber immer mehr zurück, wenn sie erleben, dass sie zu wenig Unterstützung von anderer Seite erhalten und konzentrieren sich dann darauf, sich selbst zu schützen.
- Die Zuschauer: Sie mischen sich nicht ein und wollen sich selbst nicht in Gefahr bringen. Nicht selten sehen sie die Probleme in der Person des Mobbing-Betroffenen selbst begründet.
- Die Erdulder: sie erleben das Mobbing gegen einen Mitschüler als sehr schwierig, haben aber Angst, sich einzumischen. Häufig werden sie von den Akteuren gewarnt und massiv unter Druck gesetzt, keinesfalls etwas für den Bertoffenen zu tun. Sie schweigen und leiden.
Für den Mobbing-Betroffenen und alle anderen Beteiligten entwickelt sich ein Teufelskreis, in dem der Betroffene immer mehr in die Opferrolle gedrängt wird und zunehmend stigmatisiert und zum Problemträger der Situation wird.
Letztlich zeigt der Mobbing-Betroffene mehr und mehr das schwierige Verhalten, welches die Akteure als Grund heranziehen, um ihr Verhalten den Betroffenen gegenüber zu legitimieren. Und je länger das Mobbing andauert, desto größer wird die Zahl derjenigen, die das von Mobbing betroffene Kind ablehnen und es als schwierig empfinden – inklusive der Lehrkräfte.
Erwachsene sind schnell in der Gefahr, selbst Teil des Mobbingsystems zu werden, indem Lehrer zum Beispiel den Betroffenen vor der ganzen Gruppe tadeln oder Eltern, indem sie das Mobbing dulden und Verständnis für das Mobbingverhalten signalisieren.
Die Interventionsschritte
Einzelgespräch mit der von Mobbing betroffenen Person, mit dem Ziel, den Schüler für das geplante Vorgehen zu gewinnen und Zuversicht zu vermitteln, dass sich die schwierige Situation beenden lässt.
Gespräch mit der Unterstützungsgruppe, die helfen soll, das Mobbing zu beenden. Eingeladen werden die Akteure und andere Mitschüler, die gemeinsam nach konstruktiven Lösungen suchen.
Nachgespräche einzeln mit allen Beteiligten, ca. zwei Wochen später, um zu hören, wie sich die Dinge entwickelt haben und, falls erforderlich, weitere Interventionen einzuleiten.
Ihr Kontakt zu uns – Einfach & direkt!
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mittelstufenkoordination@aloisiuskolleg.de