Matsch, Models und moderne Technik: Unser Besuch auf dem Biolandhof Luhmer
Zu Beginn erhielten wir eine sehr freundliche und informative Führung von Herrn Luhmer. Da wir uns im Unterricht bereits vorbereitet hatten, konnten wir direkt viele Fragen stellen. Dabei wurde schnell klar, dass Bio-Landwirtschaft deutlich mehr ist als nur „ein bisschen Traktor fahren“. Herr Luhmer erklärte uns außerdem, dass Bio nicht automatisch besser als konventionelle Landwirtschaft ist. Stattdessen betonte er, wie wichtig regionaler Anbau ist, und er vertritt die Ansicht, dass biologische Landwirtschaft darauf ausgerichtet sein sollte, die Welt satt zu bekommen.
Besonders spannend war, wie technisch fortschrittlich der Hof ist. Dank digitaler Dokumentation lässt sich täglich etwa eine Stunde zusätzliche Arbeit einsparen. Viele Maschinen werden per Joystick gesteuert und digitale Kartierungen zeigen genau, welche Bodenqualität an welcher Stelle vorliegt und wo gezielt nachgearbeitet werden muss. Der Boden ist dabei Herr Luhmers ganzer Stolz: Durch 40 Jahre sorgfältige Arbeit ist die Humusschicht heute in einem hervorragenden Zustand. Wenn es einmal Probleme gibt, sucht er die Ursache nicht bei äußeren Umständen oder dem Boden selbst, sondern sieht sich in der Verantwortung und nutzt solche Situationen, um seinen Betrieb weiter zu verbessern. Diese Einstellung hat sich ausgezahlt. Während der Corona-Pandemie wurde der Hof von Kunden regelrecht überrannt.
Beim anschließenden Rundgang erhielten wir einen direkten Einblick in den Arbeitsalltag. Besonders beeindruckend war der Kontakt mit den Tieren. Die Kühe waren nicht nur erstaunlich groß, sondern auch überraschend geduldig mit uns. Wir durften sie streicheln, und natürlich wurden sie sofort zu Models für zahlreiche Fotos.
Auch die Hühner in ihrem mobilem Stall konnten wir besuchen. Es war spannend zu sehen, wie autark sie leben. Etwa die Hälfte des Futters wird direkt auf dem Hof produziert.
Spätestens beim ersten tiefen Atemzug im Stall trennte sich die „Spreu vom Weizen“:
Während die Dorfkinder das Aroma gelassen als vertraute Landluft hinnahmen, kämpften die Stadkinder tapfer mit ihrem Geruchssinn und stellten fest, dass man Landwirtschaft nicht nur sehen, sondern auch intensiv riechen kann.
Ein weiteres Highlight war der hofeigene Bioladen. Neben all der Digitalisierung und den smarten Maschinen gibt es dort ganz bodenständige hochwertige Produkte.
Auch das Wetter hatte seinen eigenen Plan. Wir erlebten ein echtes „All-inclusive-Paket“ aus Hagel, Regen, Matsch und zwischendurch sogar etwas Sonne. Trotzdem ließen wir uns die gute Laune nicht verderben. Dank lustiger Gespräche und spontaner Witze blieb die Stimmung durchgehend positiv.
Der Besuch auf dem Biolandhof Luhmer war insgesamt eine lehrreiche und zugleich unterhaltsame Erfahrung. Wir haben erkannt, dass moderne Landwirtschaft eine beeindruckende Mischung aus Handarbeit, Hightech und der richtigen Einstellung ist, selbst bei Hagel und nassen Füßen.
Den Matsch haben wir überlebt und einen tollen Nachmittag erlebt. Wenn es nach uns geht, kann die nächste Exkursion kommen und wir hoffen, dass Frau Schaffer das genauso sieht. :)
Erdkunde LK Q1 Frau Schaffer
Emily & Victoria