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Die Zukunft der Demokratie wird im Netz entschieden

Renate Künast war am Mittwoch, den 28. Januar Gast des Jugendforums #WasTreibtMichAn. Das hochaktuelle Thema „Wird die Demokratie im Netz entschieden?“ war die vierte Ausgabe des 2024 gestarteten Formats und eigentlich als Frage formuliert. Aber die frühere Bundesministerin machte deutlich: Ja, die Zukunft der Demokratie wird im Netz entschieden.

 

Vom Ako war die Jahrgangsstufe 10 mit dabei, unsere beiden Moderatoren Merett und Simeon (10c) diskutierten auf dem Podium mit.

Vor rund 250 Schülerinnen und Schülern aus vier Bonner Gymnasien (Ernst Moritz Arndt, Clara Fey, Aloisiuskolleg und Otto-Kühne-Schule/Päda) fächerte Renate Künast im LVR Landesmuseum auf, worum es geht: Wir alle kommunizieren im Netz, was unsere Meinungen und Aktivitäten nachhaltig prägt. Bei Jugendlichen kommen nach neuesten Studien im Schnitt etwa 60 Stunden pro Woche online zusammen.
Wie aber schaffen wir es als Gesellschaft mit Blick auf gesteuerte Fake News, mächtige US-Netzbetreiber, ausländische Troll-Fabriken, diskriminierende Hetze und auf Algorithmen, die radikale Inhalte permanent duplizieren, dass die demokratischen Grundlagen unseres Zusammenlebens nicht ins Wanken geraten? Sieben Schülerinnen und Schüler aus den beteiligten Schulen hatten sich damit im Vorfeld intensiv beschäftigt und befragten Renate Künast auf dem Podium.
Die erfahrene Parlamentarierin der Grünen erklärte, dass Europa durchaus Werkzeuge hat und diese auch einsetzen müsse. Die EU-Verordnung Digital Services Act (DSA) vom Februar 2024 mache den Online-Raum sicherer und transparenter. Der DSA reguliert soziale Netzwerke, Online-Marktplätze und Suchmaschinen. Und sei eine klare Ansage, von der Europa auch mit Blick auf die Zölle-Drohung nicht abweichen dürfe. Sie ergänzte: „Wir müssen eine eigene europäische Plattform aufbauen!“ Außerdem berichtete die Juristin von ihren persönlichen Erfahrungen: Bis hin zum Bundesverfassungsgericht war sie erfolgreich gegen falsche und diskriminierende Inhalte zu ihrer Person vorgegangen.
„Demokratische Prozesse brauchen Zeit und müssen erklärt werden“, so Künast. Das gelte für alle Altersgruppen. Daher plädierte sie eindringlich dafür, Medienkompetenz weiter zu schärfen und auszubauen – an Schulen, aber auch niedrigschwellig für alle Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel an Volkshochschulen.
Jeder und jede könne im eigenen Umfeld aktiv werden und den bedrohlichen Netz-Mechanismen eine wertschätzende Kommunikation entgegensetzen. Sie ermutigte die Jugendlichen: „Seid egoistisch im Sinne von ‚Ich engagiere mich für die Belange meiner Generation‘ und lasst Euch nicht von Depression anstecken!“

Wir danken Renate Künast für ihr Kommen sowie den beteiligten Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften für ihren Einsatz. Ebenso gilt unser Dank Rotary Bonn, das unser Jugendforum großzügig unterstützt.

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