Aloisiuskolleg
Gymnasium der Jesuiten für Mädchen und Jungen

Mit Optionen schwanger gehen

Sich Entscheiden 2020 - Impuls 5

21. April 2020

Vorstellungsübungen als Entscheidungshilfe

Wir können über Alternativen viel nachdenken und reflektieren, doch es kann hilfreich sein mit verschiedenen Optionen schwanger zu gehen, d. h. sich vorstellen, dass eine Option gewählt ist und sich vorstellen, wie es mir mit der Wahl geht. Es handelt sich um den

1.) Mehrtagesrucksack:

Ich gehe einige Zeit mit der festen Vorstellung in den Tag, dass ich mich dafür entschieden habe,…

  • diesen Beruf auszuüben…
  • ein Erasmussemester in Spanien zu machen…
  • etc.

Ich lege die Anzahl der Tage im Vorfeld fest — es sollten wenigstens zwei Tage sein, besser aber sogar vier oder fünf Tage. Im Anschluss an den festgelegten Zeitraum schreibe ich die Gefühle und Gedanken auf, die ich dabei hatte.

Anschließend gehe ich für den selben Zeitraum mit einer anderen Wahlmöglichkeit durch den Alltag und lebe so in meinen Gedanken und Vorstellungen, als ob ich diese Entscheidung wirklich so getroffen habe. Anschließend notiere ich mir abermals meine Gefühle und Gedanken.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin sich in der Phantasie auszumalen, wo ich in 5 oder 10 Jahren stehen werde und wie es mir damit geht, es ist die sogenannte

2.) 5 — 10 Jahre - Frage:

Was werde ich in 5 Jahren tun und was in 10 Jahren, wenn ich mich für diese Option entscheide.

  • Wie wird es in meinem Beruf aussehen?
  • Wie werde ich leben?
  • Wie wird es sein mit dieser Person zu leben?

Ich stelle mir vor, was alles passieren wird bzw. wie mein Leben aussehen wird, wenn ich mich für eine konkrete Option entscheide. Ich schreibe mir auf, wie es mir damit gehen wird. In einem weiteren Schritt überlege ich mir, wie es mit den jeweiligen Alternativen sein wird und ich notiere mir abermals wie es sein wird und wie es mir mit der Vorstellung jetzt geht.

Weiterhin besteht die Möglichkeit sich die Alternativen von einer anderen Perspektive zu betrachten, nämlich ausgehend von der

3.) Vorstellung auf dem Totenbett

Ich stelle mir vor eine der möglichen Alternativen gewählt zu haben und sehe mich, wie ich auf dem Bett liege kurz bevor ich sterbe. Was kann ich in diesem Augenblick dann über mein Leben sagen? Was möchte ich Gott in diesem Augenblick über mein Leben sagen? Wie ergeht es mir mit dieser Vorstellung. Ich mache mir Notizen dazu und schreibe meine Gefühle und Gedanken auf.

In weiteren Schritten stelle ich mir vor, wie ich auf dem Totenbett liege nachdem ich mich für eine andere Alternative entschieden habe und was ich dann über mein Leben sagen kann und was ich Gott dazu sagen möchte.

Kriterien für die Analyse der Alternativen

Nach diesen Vorstellungsübungen gehe ich die einzelnen Notizen durch und klopfe folgende Kriterien ab und frage mich:

1.) Was bedeutet die Wahl dieser Alternative für mich?

Ich checke ab, welcher der Alternativen ich mehr Frieden, Lebendigkeit und Freiheit erfahre. Ich achte auch auf mein Bauchgefühl und nehme bestärkende oder beunruhigende Emotionen wahr.

2.) Welche Alternative ist die Wertvollste für die Welt?

Bei welcher Alternative trage ich dazu bei, dass die Welt ein Stück gerechter, friedvoller, liebevoller, barmherziger, hoffnungsvoller wird?

3.) Welche Alternative lässt etwas von der Gegenwart Gottes aufleuchten?

Bei welcher Alternative ist mehr Segen und Frucht für die Menschen und mich zu erwarten und wird etwas von der Gegenwart Gottes in unserem Leben sichtbar?