Aloisiuskolleg
Gymnasium der Jesuiten für Mädchen und Jungen

Reflexion früherer Entscheidungen

Sich entscheiden 2020 - Impuls 3

07. April 2020

1. Reflexion getroffener Entscheidungen

In unserem Leben treffen wir ständig Entscheidungen; manche Entscheidungen sind eher irrelevant, andere sind von großer Bedeutung. Für zukünftige Entscheidungen kann es helfen vergangene Entscheidungen zu reflektieren. Daher schlage ich vor, dass Du zwei oder drei Entscheidungen auswählst, die Du bisher getroffen hast und welche hilfreich sind für eine Reflexion.

Reflektiere die Entscheidungen anhand folgender Fragen:

  1. Welche Alternativen gab es bei der damaligen Entscheidungsfindung? Hast Du Dich vorschnell auf eine Option festgelegt ohne wirkliche Alternativen zu suchen oder in Betracht zu ziehen?
  2. Wie hast Du damals die Entscheidung getroffen? Was hat Dir damals geholfen die Entscheidung zu treffen?
  3. Wenn Du Dich in Deiner Phantasie in die Entscheidungsfindung von damals zurückversetzt, kannst Du verschiedene Regungen wahrnehmen. Was hast Du damals bei der Entscheidung verspürt? Ängste? Unruhe? Freude? Inneren Frieden? Sorgen? Hoffnung?
  4. Wie hast Du damals durch das Abwägen von Argumenten die Entscheidungsfindung begleitet, wie z. B. durch eine pro und contra Liste?
  5. Was war der Maßstab für Deine Entscheidung?
  6. Was würdest Du rückblickend heute im Entscheidungsprozess verändern?

Mache Dir am Besten einige Notizen über Deine Eindrücke. Dies wird für weitere Schritte hilfreich sein.

 

2. Welcher Entscheidungstyp bist Du?

Unser Wesen und unser Charakter prägen die Art und Weise, wie wir Entscheidungen treffen oder ggf. immer wieder aufschieben. Wenn Du nun ein wenig über frühere Entscheidungen reflektiert hast, kannst Du Dich vielleicht in einer der folgenden „Kategorien“ wiederfinden.

Zu welcher Kategorie zählst Du und was hindert Dich eine gute Entscheidung zu treffen?

  1. Perfektionist:  „Ich muss die absolut perfekte Entscheidung treffen. Alles muss passen.“
  2. Tür-offen-Halter: „Ich muss mir möglichst lange alle Optionen offen halten.“
    (Jedoch: Wer sich alle Türen offen hält, steht irgendwann einmal vor lauter verschlossenen Türen.)
  3. Abhängige:  „Was würden denn die anderen sagen… die würden bestimmt über mich lachen, mich vielleicht sogar für verrückt halten!“
  4. Unsichere:  „Ich weiß nicht, was richtig ist!“
  5. Unentschiedene: „Ich kann mich von den vielen Auswahlmöglichkeiten nicht für eine entscheiden!“
  6. Zu-schnell-Faszinierte & Zu-schnell-Entscheider: „Ich will mich nicht lange mit Entscheidungsprozessen aufhalten! Am besten ist, dass ich es möglichst schnell hinter mich bringe!“

Was hilft Dir eine gute Entscheidung zu treffen!

  1. Ich darf mir selbst auch erlauben, Fehler zu machen!
    (hilft: Perfektionisten, Tür-offen-Haltern, etc.)
  2. Bereit sein, die Verantwortung für meine Entscheidung zu übernehmen. Die Rolle des passiven Beobachters ablegen!
    (hilft: Tür-offen-Halter, etc.)
  3. Wo schwimme ich nicht im Mainstream mit? Von welchen Menschen sind mir Reaktionen wichtig?
    (hilft: Abhängigen, Unsicheren, etc.)
  4. Auch wenn ich eine nicht 100%ige Entscheidung, oder sogar eine falsche Entscheidung treffen sollte, bin ich kein Verlierer!
    (hilft: Perfektionisten, Unentschiedenen, etc.)