Aloisiuskolleg
Gymnasium der Jesuiten für Mädchen und Jungen

Das AKO im Zeichen von Corona - September 2020

Corona-Zeiten sind der Stresstest für die Schule. Gerade Privatschulen werden daran gemessen werden, wie sie sich jetzt bewähren. Denn diese Eltern schauen genau hin; das gilt auch, wenn wie am Aloisiuskolleg kein Schulgeld gefordert wird.

Im Moment geht es um einen Hygieneplan in der Version 2.1, der versucht einen guten Mittelweg zu finden: vollkommene Hygiene böte es nur, wenn alle Schüler & Lehrer sorgfältig in Plastiktüten mit Zip-Verschluss verpackt würden. Alles andere ist mühsamer Kompromiss.

10 Seiten lang ist mittlerweile das Hygienekonzept des Kollegs. Die wichtigsten Punkte für die Schüler aber haben wir in 8 Regeln zusammengefasst, die im Gebäude aushängen.

Daneben aber ist das große Thema das, was wir „Plan B“ nennen: Was tun, wenn einzelne, ganze Klassen oder Jahrgänge nicht mehr in den Klassenräumen vor Ort unterrichtet werden können, sondern „Lernen auf Distanz“ angesagt ist? Das ist das berühmte „Homeschooling“, das bis zu den Sommerferien so manche Familie an den Rand der Leitungsfähigkeit gebracht hat.

Das Aloisiuskolleg hatte der Lockdown im März kalt erwischt. Wir waren mitten im Prozess, alle Räume mit Beamer, Kamera und Laptops auszurüsten, das Kolleg hatte einen Glasfaseranschluss legen lassen und eine Server- und Firewall-Struktur aufgebaut, die auf die Versorgung aller am Kolleg ausgerichtet ist. Die neue Lernplattform itslearning war Ende 2019 angeschafft worden, um ab März 2020 im Lehrerzimmer und dann über das Schuljahr hinweg bis Sommer 2021 mit den Schülern eingeübt zu werden.

Und dann kam Corona.

Bis zum Sommer war viel Improvisation gefragt. Die Materialien für die Schüler wurden erst einmal Dank der jeweiligen Klassenpflegschaften per Mail versandt. Und die Lehrerinnen und Lehrer fingen an online zu üben, wie die eigentlich für Präsenzunterricht gedachte Lernplattform für Homeschooling eingesetzt werden kann. Die Schulleitung organisierte gleichzeitig Schulungen online und in Kleingruppen für das Lehrerkollegium.

Nach den Sommerferien sind wir ein Jahr früher als geplant so weit, dass itslearning verbindlich für alle im normalen Regelunterricht eingesetzt wird – und zunehmend wirklich von allen eingesetzt werden soll. Schüler können verbindlich auf diesem Weg ihre Hausaufgaben erhalten. Lehrer üben (fast schon alle) die Möglichkeiten, über itslearning reinen Lernstoff aus dem Unterricht auszulagern, um mehr Zeit für die direkte Besprechung des Gelernten zu haben. „Flipped Classroom“, umgekehrtes Klassenzimmer, nennt sich dieses Konzept, nachdem Dank Lernplattform nicht mehr in der Schule erlernt und daheim vertieft wird, sondern die Aneignung des Stoffes daheim geschieht, um im Unterricht gemeinsam in Gruppen oder in der Klasse zu vertiefen, zu diskutieren und innerlich zu verarbeiten.

Doch kann jederzeit wieder eine (Teil-)Schließung drohen.

Der „Plan B“ setzt dann das, was im Regelunterricht schon eingeübt war, für einen eventuellen neuen Distanzunterricht um. Neben der Lernplattform kommen dabei auch Video-Konferenzen zum Einsatz, aber in pädagogisch sinnvollem Maß.

Zugleich ist bis zu den Herbstferien hoffentlich jeder Raum am AKO mit WLAN ausgestattet, sodass dann Schüler von außen zumindest zeitweise zugeschaltet werden können.

Letztlich ist aber die Technik nur die eine Seite. Wichtiger noch ist es, dass Lehrer wie Schüler lernen, damit umzugehen und gute Pädagogik möglich zu machen. Die Lehrkräfte wollen junge Menschen auf dem Weg begleiten, eigenständige Persönlichkeiten zu werden, die sich auch durch so eine Pandemie nicht aus der Bahn werfen lassen.

 Die Vertreter der Eltern aus den Klassen und Stufen diskutieren über die gemeinsamen Bemühungen in Zeiten von Corona.