Aloisiuskolleg
Gymnasium der Jesuiten für Mädchen und Jungen

Das außergewöhnliche Abitur 2020

Sich mit einer außergewöhnlichen Situation versöhnen – dieser Eindruck war in jeder Sekunde der Abiturentlassung am Festtag des Heiligen Aloisius von Gonzaga bei allen Abiturientinnen und Abiturienten und ihren Familien zu spüren.

Der Rahmen zu dieser Feier wurde einen Tag zuvor hergerichtet: Die neue Bühne passte hervorragend zu den Stufen auf dem unteren Schulhof, die 80 Bierbänke waren mit vielen Händen flugs aufgebaut, das Technikteam brauchte nur drei Stunden, um alle Boxen und Mikrophone ordentlich auszurichten und selbst der obligatorische Blumenschmuck fehlte nicht. Einerseits musste vieles improvisiert werden, andererseits griff alles ineinander.

Die Festmesse stand auf Wunsch der Abiturientia unter dem Thema „Der Freiheit ein Gesicht geben“. Pater Rektor Martin Löwenstein SJ schlug einen großen Bogen von den Herausforderungen unserer heutigen Zeit über die Biographie des heiligen Aloisius und der Perikope aus dem Johannesevangelium, in der Thomas Jesus die bange Frage stellt, wohin man denn gehen solle und wie man den richtigen Weg erkenne, bis hin zu dem Wunsch an jeden Einzelnen der Abiturientia, in Freiheit ein eigenes Gesicht auszubilden und weiter zu entwickeln. Nachdenkliche, aber auch zahlreiche Worte der Dankbarkeit durchzogen den Bußakt und die Fürbitten. Der Gesang der Lehrer-Ensembles unter der Leitung von Frank Ennen wurde durch rhythmisches Klatschen der Gemeinde tatkräftig unterstützt und sorgte für wohltuende Lockerheit.

Beim anschließenden Festakt – die Härte der Holzbänke war mittlerweile spürbar – betonten Charlotte Walgenbach, Clara Amberg und Teo Bardong die Verantwortung der jungen Generation für die großen Fragen der Welt. Inmitten ernsthafter Überlegungen streuten die drei aber auch immer wieder witzige Hinweise auf Besonderheiten des Jahrgangs oder kurioser Situationen bei Klassen- oder Kursfahrten. Das Lachen und Schmunzeln kam nicht zu kurz. Die Jahrgangsstufenleiter Uta Schäpers und Thomas Damast wussten einige Anekdoten hinzuzufügen, während Schulleiter Walter Odekerken in durchaus selbstkritischen Worten erneut die Verantwortung der jungen Generation (und eigentlich aller Menschen) für das Gelingen zwischenmenschlicher Beziehungen und der Gestaltung der Welt hervorhob.

Der Festakt schloss mit Ehrungen einzelner Schülerinnen und Schüler. In diesem Jahr wurde Katharina Moser wegen ihres außergewöhnlichen Engagements im Sinne der Ignatianischen Pädagogik mit dem — seit 2016 dritten — Kollegspreis des Aloisiuskollegs geehrt.

Das Strahlen in den Gesichtern aller Abiturientinnen und Abiturienten sowie ihrer Familien kannte keine Grenzen. Weil in diesem Jahr das Abi-Foto nicht am gewohnten Ort geschossen werden konnte, versammelte sich die Abiturientia mit Abendkleid oder Anzug kurzerhand auf der Pferdewiese hinter der Oberkirche. Das Foto im Grünen schloss den Prozess der Versöhnung ab, dass die diesjährige Abiturientia ihre Reifeprüfung unter ganz besonderen, nicht gerade leichten Rahmenbedingungen ablegen musste.

Herzlichen Glückwunsch!