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Anti-Mobbing-Team

2012 haben wir am AKO in den verschiedenen Gremien der Schule beschlossen, bei Mobbing mit einem gut evaluierten Ansatz zu intervenieren: dem „No Blame Approach“. Das Kollegium insgesamt und besonders einzelne Lehrer[1] haben Fortbildungen dazu gemacht, so dass man sagen kann, dass der Ansatz inzwischen an unserer Schule implementiert ist. Wir haben in verschiedenen Fällen die Erfahrung gemacht, dass dieser Ansatz sehr hilfreich ist und das Ziel, Mobbing in einer Klasse zu unterbinden, auch erreicht werden kann.

Mobbing wird bei diesem Interventionsansatz als Wechselspiel zwischen verschiedenen Faktoren und beteiligten Personen gesehen und geht ganz bewusst weg von linearen Erklärungsversuchen von Schuldigen und Nicht-Schuldigen. Außerdem ist der Fokus nicht auf Ursachenforschung gerichtet, sondern in erster Linie werden Lösungen anvisiert, um das Mobbing zu stoppen. Mobbing ist ein Gruppenphänomen, das gekennzeichnet ist von aggressivem Verhalten der Mitschüler gegenüber einem Schüler, das diesen körperlich oder psychisch über einen längeren Zeitraum schädigt. Konkrete Handlungsschritte und Hintergründe können hier nachgelesen werden.

Ansprechpartner an der Schule

Das Anti-Mobbing-TeamWer sich als Schüler oder Eltern Sorgen macht, dass Mobbing vorliegen könnte, möge sich bitte an die Anti-Mobbing-Beauftragten der Schule wenden:

Frau Scholz: Annalena.Scholz [at] aloisiuskolleg [dot] de
Herr Ennen: Frank.Ennen [at] aloisiuskolleg [dot] de
Frau Koddenbrock: Renate.Koddenbrock [at] aloisisukolleg [dot] de

Man kann sich aber auch zunächst an den Klassenlehrer wenden, der dann wiederum Kontakt zum Anti-Mobbing-Team aufnehmen.

Was ist Mobbing?

Was ist Mobbing und wie erkenne ich es?

Mobbing ist ein Verhalten von Mitschülern,

  • das in aggressiver Weise einen Schüler absichtlich körperlich (vom Rempeln bis zum Verprügeln) und/oder psychisch (beleidigend, hänselnd, von der Gruppe ausschließend u. a.) schädigt
  • das immer wieder ausgeübt wird (so oft, dass es für die betroffene Person unerträglich wird)
  • das über einen längeren Zeitraum praktiziert wird (das können etliche Tage, aber auch Wochen und Monate sein)
  • das ganz gezielt gegen dieselbe Schülerin oder denselben Schüler gerichtet ist

Von Mobbing spricht man genau dann, wenn diese Faktoren zusammen kommen.

Wie erkenne ich Mobbing?

Ein Hinweis auf Mobbing kann sein, wenn der betroffene Schüler

  • sich seit einiger Zeit auffällig anders verhält
  • sichtbare Verletzungen (blaue Flecken, Schrammen etc.) hat, für die keine schlüssigen Erklärungen gegeben werden können
  • psychisch verändert erscheint (z. B. traurig, besonders nervös, ängstlich)
  • in den schulischen Leistungen stark abrutscht
  • sichtbar von Mitschülern ausgegrenzt wird
  • die Nähe oder den Schutz von Lehrpersonen sucht
  • das Fehlen oder das Kaputtsein von Schulsachen meldet

Je mehr dieser Punkte zutreffen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Mobbing im Spiel ist.

No Blame Approach

Der No Blame Approach als Interventionsansatz

Der No Blame Approach ist ein praxiserprobter Ansatz, um Mobbing unter Schülern innerhalb kurzer Zeit zu beenden. Die Wirksamkeit dieses Ansatzes beruht darauf, dass geschulte Kräfte die beteiligten Schüler in einen lösungsorientierten Gruppenprozess einbeziehen, der darauf abzielt, Mobbinghandlungen zu stoppen.

Innerhalb der Gruppe werden verschiedene Rollen unterschieden:

Typische Rollen

  1. Die Akteure: Ihr Hauptmotiv ist, sich innerhalb der Klasse einen starken Platz zu erkämpfen oder zu sichern. Sie schikanieren nicht nur die „Opfer“, sondern drohen auch den anderen Mitschüler mit Ausschluss. Außerdem tragen sie durch ihre Aktionen zur Belebung des Schulalltags bei, es gibt etwas zu lachen oder viel Gesprächsstoff. Sie haben häufig ein gutes Ansehen und Standing in der Klasse.
  2. Die Assistenten: Sie unterstützen tatkräftig die Akteure, indem sie deren Ideen ausführen.
  3. Die Verstärker: Sie halten sich zwar aus den direkten Aktionen raus, stacheln aber verbal die Akteure und Assistenten an. Dieses Verhalten sichert ihnen die Zugehörigkeit zur stark angesehenen Gruppe und reduziert die Gefahr, selbst in die Rolle des Opfers zu geraten.
  4. Der Mobbing-Betroffene: Er verliert in dem langanhaltendem Prozess von Erniedrigung bis hin zu Misshandlung zunehmend an Selbstvertrauen und nicht selten seine Selbstachtung. Entweder er zieht sich zurück oder reagiert scheinbar überzogen aggressiv und gerät so nicht selten ungünstig in den Blick der Lehrer.
  5. Die Verteidiger: Sie versuchen insbesondere zu Beginn der Mobbinghandlungen den Betroffenen zu schützen, ziehen sich aber immer mehr zurück, wenn sie erleben, dass sie zu wenig Unterstützung von anderer Seite erhalten und konzentrieren sich dann darauf, sich selbst zu schützen.
  6. Die Zuschauer: Sie mischen sich nicht ein und wollen sich selbst nicht in Gefahr bringen. Nicht selten sehen sie die Probleme in der Person des Mobbing-Betroffenen selbst begründet.
  7. Die Erdulder: sie erleben das Mobbing gegen einen Mitschüler als sehr schwierig, haben aber Angst, sich einzumischen. Häufig werden sie von den Akteuren gewarnt und massiv unter Druck gesetzt, keinesfalls etwas für den Bertoffenen zu tun. Sie schweigen und leiden.

Für den Mobbing-Betroffenen und alle anderen Beteiligten entwickelt sich ein Teufelskreis, in dem der Betroffene immer mehr in die Opferrolle gedrängt wird und zunehmend stigmatisiert und zum Problemträger der Situation wird.

Letztlich zeigt der Mobbing-Betroffene mehr und mehr das schwierige Verhalten, welches die Akteure als Grund heranziehen, um ihr Verhalten den Betroffenen gegenüber zu legitimieren. Und je länger das Mobbing andauert, desto größer wird die Zahl derjenigen, die das von Mobbing betroffene Kind ablehnen und es als schwierig empfinden – inklusive der Lehrkräfte.[2]

Erwachsene sind schnell in der Gefahr, selbst Teil des Mobbingsystems zu werden, indem Lehrer zum Beispiel den Betroffenen vor der ganzen Gruppe tadeln oder Eltern, indem sie das Mobbing dulden und Verständnis für das Mobbingverhalten signalisieren.

Stabilisierende Faktoren für das Mobbing

  1. Schuldzuweisung
  2. Verharmlosung
  3. Angst und Drohung
  4. Nicht-Intervention der Erwachsenen
  5. Rahmenbedingungen (hoher Leistungsdruck, destruktive Kommunikationsformen und fehlende Konfliktlösungsstrukturen)

Die Interventionsschritte

  1. Einzelgespräch mit der von Mobbing betroffenen Person, mit dem Ziel, den Schüler für das geplante Vorgehen zu gewinnen und Zuversicht zu vermitteln, dass sich die schwierige Situation beenden lässt.
  2. Gespräch mit der Unterstützungsgruppe, die helfen soll, das Mobbing zu beenden. Eingeladen werden die Akteure und andere Mitschüler, die gemeinsam nach konstruktiven Lösungen suchen.
  3. Nachgespräche einzeln mit allen Beteiligten, ca. zwei Wochen später, um zu hören, wie sich die Dinge entwickelt haben und, falls erforderlich, weitere Interventionen einzuleiten.

Grundhaltungen und Wirkmechanismen des Interventionsansatzes

  1. Die pädagogisch Verantwortlichen beziehen klar Position, dass das Mobbing nicht geduldet wird und unverzüglich aufzuhören hat.
  2. Vertrauen in Kompetenzen von Schülern, Bitte um Unterstützung.
  3. Problemlösung auf Augenhöhe.
  4. Lösungsfokussierung anstelle von Problemorientierung.
  5. Verzicht auf Schuldzuweisung und Sanktionen.
  6. Wirkung kleiner Schritte.
  7. Schaffung von Transparenz und Öffentlichkeit.
  8. Aktivierung des passiven Publikums zu prosozialem Verhalten.
  9. Vermeidung von Bloßstellung und Gesichtsverlust.

Was Schüler tun bzw. nicht tun sollten

Das sollten Schüler tun:

  • Erzählt einer Lehrperson oder einer Person eures Vertrauens von dem Problem! Die Regel „Man darf nicht petzen“ wurde von Mobbing-Tätern und -Täterinnen erfunden!
  • Seid offen gegenüber dem Kind, das gemobbt wird!
  • Hört ihm/ihr zu, nehmt euch Zeit, geht auf diesen Mitschüler/diese Mitschülerin zu, denn Täter und Täterinnen machen weiter, solange ihr wegschaut!

Das sollten Schüler nicht tun:

  • Schließt andere Kinder nicht aus, nicht im Unterricht und nicht in den Pausen usw.!
  • Macht nicht mit, wenn jemand gemobbt wird!
  • Lacht niemanden aus, der schikaniert wird!
  • Schenkt dem Täter keine Beachtung!

Materialien und Hinweise für Eltern

Wie Sie als Eltern Mobbing erkennen können

Auch wenn es in der Regel ein allgemeines Grundverständnis davon gibt, was unter Mobbing zu verstehen ist, hilft dieses Wissen jedoch noch nicht wirklich dabei, Mobbing zu erkennen und auf Mobbing-Dynamiken aufmerksam zu werden, die das eigene Kind betreffen.

Die Ursachen, weshalb betroffene Kinder nicht selbst auf ihre Lage aufmerksam machen, sind vielfältig, zum Beispiel:.

  • Angst vor Verschlimmerung
  • Normalitätsempfinden: „So ist es immer.“
  • Resignation: „Es hat keinen Sinn, etwas zu sagen. Es lässt sich nicht ändern!“
  • Die Situation wird als äußerst peinlich und beschämend empfunden, was damit einhergehen kann, dass die Situation „weggeleugnet“ wird
  • Annahme oder Überzeugung, dass die Erwachsenen nicht helfen können
  • Angst vor der Reaktion der Eltern
  • Schuldzuweisungen
  • Ratschläge, die das Kind nicht befolgen kann
  • Befürchtung, dass Aktionen der Eltern eine Verschlechterung der Situation bringt

In der Regel können Eltern Mobbing-Handlungen, die sich gegen ihr Kind richten, nicht direkt selbst beobachten, da sie nicht dabei sind. Sie können jedoch Signale wahrnehmen, die auf Mobbing hindeuten. Und Sie können durch das Einholen der Meinung und Perspektive anderer Personen zusätzliche Informationen gewinnen, die helfen, die Situation einzuschätzen.

Es gibt Signale, die Hinweise auf Mobbing sein können; dabei ist zu beachten: Nicht jedes einzelne Signal für sich heißt – wenn Sie es bei Ihrem Kind wahrnehmen – dass Sie es auf alle Fälle mit Mobbing zu tun haben. Anders sieht es aus, wenn mehrere der unten aufgeführten Signale zusammenkommen und auf Ihr Kind zutreffen. Dann sollten Sie hellhörig werden, denn es kann sein, dass Ihr Kind das Ziel von Mobbing-Attacken ist.[3]

Folgende, durch Sie wahrnehmbare Signale sind wichtige Hinweise für ein eventuelles Vorhandensein einer Mobbing-Problematik Ihres Kindes:

Verhaltensänderungen Ihres Kindes sind sichtbar und fallen vermehrt auf:

  • Ihr Kind zieht sich zurück, ist still, wird inaktiv, wirkt bedrückt und/oder ängstlich
  • Es leidet unter ständiger Unruhe, wirkt nervös, zeigt plötzliche, scheinbar aus dem Nichts kommende, aggressive Verhaltensweisen
  • Verändert sich körperlich, nimmt stark zu oder ab
  • Kommt häufig weinend von der Schule nach Hause
  • Weigert sich vehement, in die Schule zu gehen
  • Zeigt immer häufiger psychosomatische Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen
  • Es fehlen wiederholt Schulsachen oder sind kaputt
  • Verliert angeblich immer wieder Geld oder braucht immer wieder Geld für die Schule
  • Will zur Schule gefahren werden
  • Will nicht an Klassenfahrten oder sonstigen schulischen Aktivitäten teilnehmen
  • Versucht, den Sportunterricht zu vermeiden
  • Erhält keine Einladungen mehr zu Kindergeburtstagen, Partys ...
  • Freunde und Freundinnen ziehen sich zurück
  • Schulleistungen lassen deutlich nach
  • Andere Kinder erzählen, dass Ihr Kind immer alleine ist
  • Mitschüler und Mitschülerinnen kommen nicht, wenn Ihr Kind krank ist, um Hausaufgaben oder andere Informationen vorbeizubringen

Weitere Perspektive gewinnen

Um die eigenen Wahrnehmungen zu überprüfen, ist es nützlich, zusätzliche Informationen durch andere Personen zu erhalten und gezielt einzuholen.

Je nach Situation, vorhandenen Kontakten und Vertrauen, können Sie auf folgende Personen zugehen und fragen, was sie beobachtet und wahrgenommen haben.

  • Lehrkräfte des Kindes: Klassenleitung, Vertrauens- oder Beratungslehrkräfte, Fachlehrkräfte
  • Schulseelsorger, Lerntherapeutin, Schulpsychologin
  • Eltern von Mitschülern
  • Mitschüler des eigenen Kindes, zu denen ein guter Kontakt besteht

Fragen Sie jedoch nicht:

  • „Wird mein Kind Ihrer Meinung nach gemobbt?“

... sondern sagen Sie:

  • „Ich mache mir Sorgen um mein Kind. Ich habe den Eindruck, dass es ihm nicht gut geht in der Schule. Mich interessiert, wie Ihr Eindruck ist, was Sie wahrnehmen oder sehen.“

Wie Sie als Eltern Mobbing von alltäglichen Konflikten unterscheiden können

Zwischen Schülern vorkommende, alltägliche Konflikte können individuell sehr belastend erlebt werden. Dies trifft vor allem dann zu, wenn diese Konflikte in destruktiver Weise ausgetragen werden. Jedoch sind diese Konflikte - auch wenn sie lange andauern - nicht mit Mobbing gleichzusetzen.

Wenn von Mobbing gesprochen wird, hat man es in der Regel mit einer Situation zu tun, in der Sie folgende Aspekte und Merkmale vorfinden:

  • Gewalttägige Handlungen
  • Wiederholte, über einen längeren Zeitraum anhaltende, destruktive Aktionen
  • Verdeckte Angriffe
  • Kräfteungleichgewicht
  • Lösungen werden nicht gesucht
  • Eigene Aktivitäten zur Befreiung aus der Situation scheitern

Gewalttätige Handlungen

Die Betroffenen haben unter nonverbalen, verbalen, psychischen und körperlichen Attacken sowie der Beschädigung oder dem Entwenden ihres Eigentums zu leiden. Die Mobbing-Handlungen zielen auf die Beschädigung des Ansehens in der Gemeinschaft sowie die Isolierung, Ausgrenzung und die Zerstörung der sozialen Beziehungen.

Wiederholte, über einen längeren Zeitraum anhaltende, destruktive Aktionen

Die verschiedenen schikanierenden Attacken richten sich gegen die immer gleiche „Zielperson“ und nicht gegen wechselnde Mitschüler und Mitschülerinnen. Die permanenten Wiederholungen, die nicht durch unterbindende Interventionen gestört oder aufgehalten werden, etablieren das Mobbing.

Verdeckte Angriffe

Mobbing-Handlungen sind für Eltern wie auch für die Lehrkräfte häufig nicht direkt zu erkennen. Die Akteure und Akteurinnen führen ihre Aktionen möglichst im Verborgenen durch.

Kräfteungleichgewicht

Die Betroffenen stehen allein, mehrere aus der Gruppe sind aktiv an den Mobbing-Handlungen beteiligt, niemand hilft. Viele schauen zu und dulden, was passiert.

Lösungen werden nicht gesucht

Mobbing hört für gewöhnlich nicht von alleine auf. Es geht den Mobbing- Akteure nicht darum, eine Lösung für ein Problem herbeizuführen, sondern Ziel der Attacken ist die andere Person selbst, aus deren Unterlegenheit sie ihren eigenen überlegenen Status kontinuierlich ableiten und beweisen.

Eigene Aktivitäten zur Befreiung aus der Situation scheitern

Die dem Betroffenen zur Verfügung stehenden eigenen Ressourcen reichen nicht aus, sich vor den Schikanen der Akteure und Akteurinnen erfolgreich zu schützen. Dies ist jedoch nicht als Defizit des Kindes zu betrachten. Vielmehr zeugt das lange Aushalten der Betroffenen in dieser Situation von enormer Stärke und Courage, sich immer und immer wieder an den Ort des üblen Geschehens zu begeben.

Was Sie als Eltern in einer Mobbing Situation nicht tun sollten

Beratungsstellen, Eltern und Schulen haben Erfahrungen gesammelt, welche Aktionen in der Mehrzahl der Fälle nicht helfen, eine Mobbing-Situation zu verbessern, und von denen deshalb abgeraten wird:

  • Mit den Eltern der Mobbing-Akteure Kontakt aufzunehmen: Meist stellen sich die betreffenden Eltern schützend und rechtfertigend vor ihr Kind, was zur Folge hat, dass die Eltern in einen Konflikt miteinander geraten. Konstruktive Lösungswege werden so erschwert oder verhindert. Manche Eltern reagieren auch mit Bestrafungen ihrer Kinder, was sich ebenso negativ auf die Situation Ihres Kindes auswirkt.
  • Die Mobbing-Akteure selbst zu konfrontieren: Diese interpretieren Ihre Einmischung als Schwäche Ihres Kindes und agieren weiter, manchmal mit noch mehr Aktionen.
  • Die Situation zu verharmlosen, wenn Ihr Kind von sich aus über seine schwierige Lage spricht: „Das ist nicht so schlimm!“, „Ignorier die einfach!“
  • Ratschläge zu geben, die Ihrem Kind nicht wirklich helfen: „Du musst dich besser wehren!“ – Wie? – gegen eine Übermacht? – „Du musst dir ein dickeres Fell anschaffen!“
  • Zu allen Gesprächen mit Lehrkräften Ihr Kind mitzunehmen: Sie können offener über Ihr Anliegen und Ihre Befürchtungen sprechen, wenn Sie das Gespräch mit den Lehrkräften ohne Ihr Kind suchen. Es ist eine zusätzliche Belastung für Ihr Kind, wenn in dem Gespräch deutlich werden sollte, dass die Lehrkraft Ihre Sicht der Dinge nicht teilt und die Gefahr besteht, dass sich Ihr Kind schuldig fühlt und sich selbst die Schuld an der Situation zuschreibt.
  • Das eigene Kind zu beschuldigen: „Irgendetwas musst du doch machen, dass die anderen dich so behandeln!“

Wichtiger Hinweis

Niemand, der Ziel von Mobbing ist, ist Schuld an dieser Entwicklung. Vielfach wird jedoch angenommen, dass es von bestimmten Eigenschaften oder Verhaltensweisen abhängt, wer Opfer von Mobbing wird und wer nicht. Im Blickfeld stehen schwache und ängstliche Kinder mit wenig Selbstbewusstsein und mangelnder Fähigkeit, sich zu wehren. Darüber hinaus Menschen mit Behinderungen, anderer Nationalität, nicht konformer Kleidung oder körperlich besonderen Merkmalen.

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen dieses Bild vom besonderen „Mobbing-Opfer-Typ“ allerdings nicht. Vielmehr zeigt sich, dass es eben nicht die genannten klassischen Merkmale sind, die ein Kind zum Opfer werden lassen, sondern dass in der Realität die Rolle des Opfers „jeder Schülerin und jedem Schüler zugeschoben werden kann“.

Die Gründe für Mobbing sind willkürlicher Natur. Die Akteure und Akteurinnen „dichten“ den Betroffenen in der Regel eine Abweichung vom „Normalen“ in Bezug auf Kleidung, Aussehen, schulische Leistung, Verhalten, Nationalität etc. in Abhängigkeit von den jeweiligen gerade gegebenen Regeln und Normen in der Gruppe an und rechtfertigen darüber ihre gegen das „Opfer“ gerichteten Handlungen. Sie geben darüber hinaus damit dem Betroffenen die Schuld für das Mobbing.

Auch wenn Sie zweifeln und Ihr Kind, wie wir auch von Eltern selbst gehört haben, „nicht immer leicht zu nehmen ist“, es gilt dennoch: Was immer auch vorgefallen sein mag, all dies rechtfertigt nicht, dass auf das Verhalten ihres Kindes mit Mobbing reagiert wird.

Ansprechpartner an der Schule

Wer sich als Schüler oder Eltern Sorgen macht, dass Mobbing vorliegen könnte, möge sich bitte an die oben genannten Anti-Mobbing-Beauftragten der Schule wenden. Man kann sich aber auch zunächst an den Klassenlehrer wenden, der dann wiederum Kontakt zum Anti-Mobbin-Team aufnehmen.

Fußnoten

  1. Zur leichteren Lesbarkeit wurde für personenbezogene Bezeichnungen die männliche Form gewählt. Frauen und Männer werden jedoch mit dem Text gleichermaßen angesprochen.
  2. Blum, Heike / Beck, Detlef: Eltern und der No Blame Approach, 2013: S. 46
  3. Vgl. Blum, Heike / Beck, Detlef: Eltern und der No Blame Approach, 2013: S. 45-47

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