Home | Informationen | Prävention/Aufarbeitung Missbrauch | Allgemein

Prävention

Aufklärung, Aufarbeitung und Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Seit Januar 2010 sind Vorwürfe sexuellen Missbrauchs oder sexueller Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche am Aloisiuskolleg bekannt geworden. Die Vorwürfe erstrecken sich auf die Zeit der 50er Jahre bis zum Jahr 2005 und richten sich gegen mehrere Mitglieder des Jesuitenordens und einige Mitarbeiter des Aloisiuskollegs.

Das Aloisiuskolleg erbittet Vergebung von den Betroffenen für das erlittene Unrecht und die Verletzungen, die ihnen zugefügt worden sind.

AKO-Erklärung

Sechs Jahre nach der Veröffentlichung der Vorwürfe sexuellen Missbrauchs am Aloisiuskolleg hat die Kollegsgemeinschaft eine Erklärung verabschiedet, die den Stand der Aufklärung und der Aufarbeitung beschreibt. Die Erklärung ist einem intensiven Austausch in der „Dialog-Runde“ entwachsen und anschließend in allen Bereichen des Kollegs diskutiert worden. Verabschiedet wurde die Erklärung in der Kollegskonferenz, dem höchsten Gremium des Aloisiuskollegs. Die „Dialog-Runde“ ist im Sommer 2014 entstanden und setzt sich aus mehreren Mitgliedern des „Eckigen Tisches Bonn“ (Sprecher ist Herr Heiko Schnitzler), der Bonner Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt und der Kollegsgemeinschaft zusammen (Kollegsleitung, Lehrer, Erzieher, Schüler, Eltern).

Zum Inhalt der Erklärung sagt der Rektor des Kollegs, Pater Siebner SJ: „Entscheidend ist in meines Erachtens die Tatsache, dass diese Erklärung erscheinen kann, dass sie zustande kam und wie sie gewachsen ist. Das Kolleg sagt damit: Das ist der Stand der Dinge. Es ist eine Art ‚memorandum of understanding‘. Wer dahinter zurück will oder die beschriebenen Fakten gar leugnet, spricht nicht im Namen des Kollegs. Der Prozess der vergangenen Jahre im Kolleg hat ganz deutlich gemacht, dass die Geschichte des Missbrauchs am AKO bleibend Teil der Geschichte des AKO ist und bleibt.“ Siebner weist zudem darauf hin, dass er den Prozess der Aufarbeitung keineswegs als abgeschlossen sieht. „Wir stehen in diesem Prozess der Aufarbeitung und wir stehen dazu.“ (Januar 2016)

Hier geht es zu der Erklärung.

Präventionskonzept

Im Februar 2010 wurde von Frau Prof. Dr. Julia Zinsmeister (mit Frau RAin Petra Ladenburger und Frau Dipl. Päd. Inge Mitlacher) der von den Jesuiten in Auftrag gegebene Abschlussbericht „Schwere Grenzverletzungen zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen im Aloisiuskolleg Bonn – Bad Godesberg“ vorgelegt.

Das Aloisiuskolleg versucht nach Maßgabe seiner Möglichkeiten, die Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche voranzutreiben und zu unterstützen und alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, die jetzt und in Zukunft helfen sollen, sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu verhindern. Dazu gehört ein umfassendes Präventionskonzept, das Ende 2010 der Kollegsöffentlichkeit vorgestellt worden ist.

Damit dieser Leitfaden nicht bloßes Papier bleibt, wurde die Stelle einer „Kinderschutzbeauftragten“ geschaffen, deren Hauptaufgabe es ist, die Umsetzung der dort festgelegten Verfahren, deren Evaluation und Weiterentwicklung zu gewährleisten.

Neben anderen Bestandteilen des Präventionskonzeptes ist die Benennung von Ansprechpartnern für Kinder und Jugendliche, Eltern oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von großer Bedeutung. Neben kollegsinternen Ansprechpartnern (Kollegsseelsorger, Vertrauenslehrer u. a.) existiert als externer, unabhängiger, regionaler Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Aloisiuskollegs die Bonner Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt e. V.

Als Kontakt (Ombudsstelle/Ansprechpartner) stehen außerdem die beiden Ansprechpersonen zu Fragen sexuellen Missbrauchs der Jesuiten in Deutschland zur Verfügung: Frau RAin Katja Ravat und Herr Marek Spitczok von Brisinski.

VKITDas Aloisiuskolleg ist Mitglied im Verband Katholischer Internate und Tagesinternate (V.K.I.T.) e. V.