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Geschichte

Gründung im Exil als Folge des Kulturkampfes

1872 übernahm als Folge des Kulturkampfes der Staat Preußen die Aufsicht über alle Jesuitenschulen; alle Niederlassungen des Ordens im Kaiserreich wurden verboten („Jesuitengesetz“ vom 4. Juli 1872). Am 12. August 1900 übernahm die deutsche Provinz der Gesellschaft Jesu das Aloisiuskolleg in Sittard (Holland) als reine Jungenschule mit Internat. Der Schulunterricht wurde am 29. September 1900 von deutschen Patres mit 43 internen und 38 externen Schülern eröffnet. Dies war der eigentliche Start des Aloisiuskollegs.

Umzug nach Bad Godesberg und Nationalsozialismus

Das „Jesuitengesetz“ wurde erst 1917 außer Kraft gesetzt und es stand den Jesuiten erst dann frei, wieder Schulen in Deutschland zu gründen und zu führen. Das Aloisiuskolleg zog nach Bad Godesberg (heute Stadtteil der Stadt Bonn). Am 15. Mai 1921 schrieb Pater Arnold Rump SJ, der damalige Rektor, nach Köln: „Der preußischen Regierung teile ich ergebenst mit, dass das Collegium Hubertinum mit Ostern 1921 seinen Namen in Aloisiuskolleg geändert hat.“ Dies war dann der Start des Aloisiuskollegs in Bad Godesberg. Als Internatsgebäude diente die 1927 erworbene ehemalige Villa „Stella Rheni“ des Bankiers August Freiherr von der Heydt.

Nach der Machtergreifung der Nazis wurde dem Kolleg ein geordneter Betrieb zunehmend schwer gemacht: Immer stärkere Restriktionen für die Abiturienten, die das Abitur nicht nur an einer anderen Schule (das Kolleg war nur genehmigt, nicht staatlich anerkannt), sondern in ihrem jeweiligen Heimatgebiet ablegen mussten, gefährdeten schon Mitte der 1930er-Jahre die Existenz des Kollegs. Da die jesuitische Erziehungstradition mit dem vom nationalsozialistischen Staat propagierten Modell nicht in Einklang zu bringen war, wurde die Schule 1938 von den Nationalsozialisten aufgelöst.

Wiedereröffnung nach dem Zweiten Weltkrieg

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg eröffneten die Jesuiten 1946 das Aloisiuskolleg erneut.

Koedukation

In den 1980er Jahren begann das AKO eine Kooperation mit dem benachbarten Clara-Fey-Gymnasium für Mädchen und damit zunächst die Koedukation in der der Oberstufe. Seit dem Jahrgang 2002 hat das Aloisiuskolleg auch in den unteren Jahrgängen, beginnend mit der Sexta, Mädchen in der Schule aufgenommen. Seit 2006 werden auch Mädchen im Internat aufgenommen und in einem separaten Neubau untergebracht.

Aufklärung und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt

Spätestens seit 2004 und in besonderer Weise erneut seit Januar 2010 sind Vorwürfe sexuellen Missbrauchs, sexueller Übergriffe und Grenzüberschreitungen gegen Kinder und Jugendliche am Aloisiuskolleg öffentlich bekannt geworden. Bereits in den 60er Jahren wurden der Ordensleitung und der Kollegsleitung Missbrauchstaten angezeigt und waren also bekannt. Die Vorwürfe, von denen einige zum jeweiligen Zeitpunkt von strafrechtlicher Relevanz waren, erstrecken sich auf die Zeit der 50er Jahre bis in die 2000er Jahre und richten sich gegen mehrere Mitglieder des Jesuitenordens und einige Mitarbeiter des Aloisiuskollegs. 18 Jesuiten und 5 Mitarbeiter, die nicht dem Orden angehörten, wurden durch ca. 60 in unterschiedlicher Weise Betroffene belastet (Zinsmeister-Bericht) – die meisten (14 Jesuiten und 3 Nicht-Jesuiten) waren in den 50er und 60er Jahren am Kolleg tätig. Mehr als die Hälfte der Berichte betreffen einen Pater, der von 1968 bis 2008 in verantwortlicher und prägender Funktion (u. a. als Schul- und Internatsleiter) am Kolleg wirkte. Zahlreiche Berichte betreffen den ehemaligen Leiter des AKO-Pro-Seminar e. V. und reichen bis in die 2000er Jahre hinein. Die Zahl der tatsächlich durch Übergriffe und Missbrauch Betroffenen (und auch die der Täter) lässt sich nicht beziffern. (aus der „AKO-Erklärung“, Februar 2016)

Hier auf unserer Website finden sie außerdem ausführliche Informationen zur Aufklärung, zur Aufarbeitung und zu Aspekten der Prävention.

Weitere Informationen

Eine ausführliche und gut recherchierte Darstellung findet sich auch bei Wikipedia.

VKITDas Aloisiuskolleg ist Mitglied im Verband Katholischer Internate und Tagesinternate (V.K.I.T.) e. V.